Häufige Fragen

Muss Stillen in den ersten Tagen und Wochen wehtun?

NEIN! Wenn beim Stillen etwas wehtut, läuft etwas falsch. Stillen Sie nicht ab, sondern finden Sie, am besten mit der Hilfe einer Laktationsberaterin IBCLC heraus, was zu ändern ist, damit Sie die Stillzeit von Anfang an genießen können. Eine Liste der Laktationsberaterinnen IBCLC finden Sie auf den Internetseiten www.stillen.de und www.bdl-stillen.de.

In den ersten zwei bis drei Tagen nach der Geburt sind die Brustwarzen häufig empfindlich und leicht gerötet. Das ist normal. Es handelt sich um eine Art „Brustkater“, so ähnlich wie ein Muskelkater, den Sie bekommen, wenn Sie eine neue Sportart ausprobieren und Muskeln benutzen, die Sie sonst kaum bewegen. Gehen Sie weiter zum Training, verschwindet der Muskelkater relativ schnell. So ist das auch beim „Brustkater“. Stillen Sie weiter und achten Sie dabei auf gute Stillposition und korrektes Anlegen. Sollte der Brustkater nach drei Tagen nicht verschwunden sein oder sogar schlimmer werden, lassen Sie sich von einer Laktationsberaterin IBCLC helfen.

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Wann muss ich zufüttern?

Muttermilch gibt Ihrem Kind im ersten halben Lebensjahr alles, was es für gutes Gedeihen braucht. Nach sechs Monaten können Sie mit Beikost anfangen. Oft zeigen die Kinder selbst, dass sie andere Nahrung probieren wollen. Wenn Ihr Kind nach einem halben Jahr nichts anderes als Muttermilch möchte, ist auch das in Ordnung. Jüngere Studien zeigen, dass gesunde Kinder auch neun Monate ausschließlich gestillt werden können und sich weiterhin sehr gut entwickeln. WHO und UNICEF empfehlen sechs Monate ausschließliches Stillen und danach die Einführung von Beikost. Auch die deutsche Nationale Stillkommission hat sich diesen Empfehlungen angeschlossen.

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Wie lange kann oder sollte ich Stillen?

Stillen Sie, solange es Ihnen und Ihrem Kind Freude macht. Jeder Tropfen Muttermilch hilft Ihrem Kind, die anderen Nahrungsmittel besser zu verwerten und das Immunsystem zu stärken. Es gibt keinen Grund, mit dem Stillen aufzuhören, wenn Sie und Ihr Kind das nicht möchten. Sie müssen aber auch nicht weiterstillen, nur weil Sie wissen, wie günstig sich Stillen über das erste Lebensjahr hinaus auf die Entwicklung Ihres Kindes auswirkt. Sie werden gute Gründe haben, wenn Sie eher mit dem Stillen aufhören möchten. Sprechen Sie doch vor dem endgültigen Abstillen noch mit einer Laktationsberaterin IBCLC oder mit Ihrer Hebamme darüber, um zu vermeiden, dass Sie abstillen, weil Sie über die Vorteile des längeren Stillens nicht ausreichend informiert waren.

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Muss ich abstillen, weil ich eine Zahnbehandlung mit örtlicher Betäubung machen lassen muss?

Nein. Die meisten örtlichen Betäubungsmittel sind mit dem Stillen durchaus vereinbar. Sie müssen in der Regel noch nicht einmal für ein paar Stunden mit dem Stillen aussetzen.

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Mein Kind nimmt nicht genug zu

Babys nehmen im ersten Vierteljahr zwischen 150 und 250 g/Woche zu, manche weniger, manche auch mehr. Unter 100 g/Woche Gewichtszunahme über zwei oder mehr Wochen kann z.B. das Gehirnwachstum Ihres Kindes beeinträchtigen. Deshalb sollte schnellstens herausgefunden werden, warum Ihr Baby nur so wenig zunimmt und dafür gesorgt werden, dass es schnell wieder gut zunimmt. 

Fünf oder sechs Stillmahlzeiten im ersten halben Lebensjahr sind für die meisten Kinder nicht genug, um gut zuzunehmen. Bieten Sie Ihrem Kind die Brust öfter an, tagsüber mindestens alle 2 bis 3 Stunden. Hilft häufigeres Anlegen nicht, muss überprüft werden, ob die Stillpositionen und das Anlegen optimiert werden können und ob das Saugverhalten des Babys korrekt ist. Ist die Gewichtszunahme sehr gering, müssen Sie Ihr Kind u.U. auch nachts wecken, um es zu stillen.

Hat Ihr Baby einen Infekt? Wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt, um abklären zu lassen, ob Ihr Kind Medikamente benötigt. Sie sollten Ihrem Baby auf alle Fäll die Brust oft anbieten, auch zum Trost, damit es möglichst oft auch kleine Mengen Muttermilch trinken kann, um auch trotz Kranksein ausreichend Nahrung zu bekommen. Sollte Ihr Kind trotzdem nicht gut gedeihen und zunehmen, lassen Sie sich von einer Laktationsberaterin IBCLC beraten und helfen.

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Kann durch Stress, z.B. zu Weihnachten, die Milch wegbleiben?

Die Milch bleibt durch Stress nicht gleich weg. Der Milchspendereflex kann allerdings durch die Hormone, die Ihr Körper verstärkt ausschüttet, wenn Sie unter starkem Stress stehen, beeinträchtigt werden. Ihr Kind bekommt dann nicht so schnell so viel Milch, wie es das gewohnt ist, und reagiert u.U. mit Quengeln oder auch Schreien. 

Nehmen Sie sich trotz Stress und Feiertagstrubel Zeit für die Stillmahlzeiten. Setzen Sie sich mit Ihrem Kind in ein ruhiges Zimmer oder legen Sie sich ins Bett, machen Sie es sich gemütlich und entspannen Sie sich. Die Atemübungen aus der Geburtsvorbereitung können dabei sehr hilfreich sein. Denken Sie nicht mehr an all das, was Sie noch erledigen wollen. Muss wirklich noch so vieles - und auch von Ihnen selbst - gemacht werden? Können nicht auch andere einige Aufgaben übernehmen? Weihnachten ist auch schön, wenn nicht alles so perfekt ist wie sonst. Und Feiertage machen gar keinen Spaß mit einem quengeligen Baby. 

Wenn nichts mehr geht, legen Sie Ihr Kind noch mal an beiden Seiten an und lassen Sie dann für eine Stunde Ihren Partner oder Ihre Mutter oder Ihren Vater oder eine andere nette Person das Baby ausfahren oder herumtragen. Nehmen Sie ein Bad! Ein angenehm duftender Badezusatz, eine Kerze auf dem Wannenrand und Ihre Lieblingsmusik helfen Ihnen, sich zu entspannen. Wenn Sie möchten, lassen Sie sich Ihr Kind gegen Ende des Bades zum Stillen mit in die Wanne geben. Die Milch wird sicherlich wieder fließen und Sie und Ihre Familie können die Weihnachtszeit wieder genießen. 

Was hilft bei den so genannten Drei-Monats-Koliken?

Bei den so genannten "Dreimonatskoliken" schreit Ihr Baby immer mal wieder während des Tages und auch bei den Stillmahlzeiten. Es verkrampft sich, beugt sich wie ein Flitzebogen nach hinten oder zieht die Beine an. Manchmal rumort es hörbar im Bauch, manchmal ist es nach einem Bäuerchen oder nach einer oder mehreren Blähungen besser, manchmal nicht.

  • Diese Symptome können durch eine Unreife des Magen-Darm-Systems ausgelöst werden. Sie verwächst sich meistens im Laufe der ersten drei Lebensmonate. Aber auch Luftschlucken während des Trinkens kann zu Bauchschmerzen führen. Folgendes kann helfen:
    Überprüfen Sie das Positionieren und Anlegen und korrigieren Sie, wenn nötig. Kinder, die nicht gut angelegt sind, schlucken oft viel Luft.

  • Tragen Sie Ihr Kind im Tragetuch oder Tragesack oder im Fliegergriff. So wird Ihr Baby passiv bewegt und Blähungen und Verspannungen im Magen-Darm-Bereich lösen sich leichter. Außerdem tröstet der Körperkontakt Ihr Kind.

  • Massieren Sie den Babybauch sanft im Uhrzeigersinn, evtl. mit etwas Windsalbe oder Kümmelöl aus der Apotheke.

  • Ein warmes Kirschkernsäckchen oder eine kleine Wärmflasche auf dem Bauch bringen auch oft Linderung.

  • Hopsen Sie mit Ihrem Kind auf dem Arm auf einem großen Gymnastikball.

Babys reagieren sehr viel seltener als oft gesagt wird auf das, was Mütter essen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind auf etwas reagiert, das Sie gegessen haben, lassen Sie dies Nahrungsmittel einige Tage weg und beobachten Sie, ob sich die Beschwerden Ihres Babys bessern.

Sind Sie unsicher, ob Ihr Kind auch wirklich gesund ist, lassen Sie von Ihrer Kinderärztin/Ihrem Kinderarzt abklären, ob es eine körperliche Ursache für das Schreien gibt.
 

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